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Uraufführung der Kunigundenmesse von Michael Funke
Auftragskomposition der Dommusik

Der Bayreuther Komponist Michael C. Funke hat im Auftrag der Bamberger Dommusik ein deutsches Ordinarium für Oberstimmenchor und Orgel geschrieben. Das Werk erklingt erstmals im Festgottesdienst am 11. März, dem diesjährigen Kunigundentag. Der ausführende Chor ist die Mädchenkantorei am Bamberger Dom, der die Messe gewidmet ist. Der Domgottesdienst beginnt um 9.30 Uhr.

Grund für die Auftragsvergabe war der Mangel an deutschen Messen für Mädchenchor. Während die Kirchenmusik aus einem reichen Fundus an Messvertonungen für gemischten Chor schöpfen kann, ist das Repertoire für gleichstimmige Ensembles eher überschaubar. Die Kunigundenmesse, die im nachfolgenden Interview vom Komponisten näher beschrieben wird, ist ein Beispiel praktikabler und liturgiegerechter Vokalmusik.

Michael Funke, geb. 1965, studierte in Regensburg und München Kirchenmusik und Musipädagogik. Er ist seit 1986 Organist und Chorleiter an der Bayreuther Hedwigskirche sowie Lehrbeauftragter an der dortigen Hochschule für Evangelische Kirchenmusik. Sein kompositorisches Schaffen umfasst Vokal- und Instrumentalwerke, Kammermusik und Sololieder.

Interview mit dem Komponisten

Wie kam es dazu, dass Sie für die Bamberger Dommusik komponieren?
Herr Pees kam vor ca. einem Jahr auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, einmal etwas für die Mädchenkantorei schreiben zu wollen. Dass dabei eine Messe entstanden ist, war eigentlich eher zufällig – mir fiel da ein Motiv und eine Akkordfolge ein, mit der ich begonnen habe.

Warum gerade für die Mädchenchor?
Dies war der Auftrag von Herrn Domkapellmeister Pees. Er suchte damals etwas brauchbares, sangliches für seine Mädchen.

War es für Sie eine Herausforderung? Inwiefern?
Nun, das war es eigentlich nicht. Ich hatte zwar bisher nur Sachen für gemischten Chor oder auch für Männerchor geschrieben. So gesehen war es für mich sicherlich Neuland. Das einzige Problem ist der Tonumfang in den einzelnen Stimmen und die Möglichkeit, einzelne Stimmlagen zu teilen - auch im Hinblick auf die Ausführbarkeit von Laienchören. Deswegen habe ich beispielsweise an hohen Stellen im Sopran I Alternativtöne angegeben.

Wie würden Sie Ihren Kompositionsstil beschreiben?
In meinen Anfängen (das war noch während des Studiums) habe ich mich an verschiedenen Stilen versucht. In erster Linie an denen meiner Lehrer. Mir war und ist es aber immer wichtig, dass ich mit meinem Stil ein breites Spektrum an Zuhörern ansprechen kann. Deswegen bin ich wieder zurück zur Tonalität gekommen – so wie das z. B. in der Kirchenmusik in England der Fall ist.

Gibt es musikalische Vorbilder, an denen Sie sich orientieren bzw. von denen Sie sich inspirieren lassen?
Das ist eine schwierige Frage. Sicherlich habe ich Lieblingskomponisten. Aber ich glaube nicht, dass ich mich an denen orientiere. Das wäre auch sehr anmaßend, wenn man beispielsweise sagt, man hat sich mit dem einen oder anderen Werk an diesem oder jenen großen Komponisten orientiert.

Sie schreiben sogenannte „Ernste Musik“. Hat diese Richtung Ihrer Meinung nach überhaupt noch Zukunft, wo sich viele Kirchenbesucher doch dem „Leichten“, dem NGL zuwenden?
Das möchte ich auf jeden Fall mit einem klaren „Ja“ beantworten. Und: alles hat seine Berechtigung im Gottesdienst – die klassische Kirchenmusik wie auch das NGL. Optimal wäre es, wenn in einem Gottesdienst alle Stilrichtungen vertreten sein könnten, damit für jeden Gottesdienstbesucher etwas dabei ist. Aber das lässt sich oftmals nicht realisieren.

Haben Sie schon häufiger für Chöre (Mädchenchöre) komponiert? Was war überhaupt Ihr interessantester/schönster Auftrag?
In erster Linie komponiere ich für meinen Kirchenchor, also für gemischten Chor. Es waren aber auch schon kleinere Stücke für Männerchor dabei. Für Mädchenchor war es aber bisher das erste Mal. Schön ist es für mich, wenn eine Komposition auch gesungen wird. Deswegen sind solche Anlässe wie die Beschäftigung mit der Kunigundenmesse gerade in dieser Zeit der schönste Auftrag.

Was ist das für ein Gefühl, wenn man zum ersten Mal sein Werk hört?
Ich bin da immer noch sehr kritisch mir gegenüber. Oft denke ich noch sehr lange darüber nach, ob ich vielleicht etwas besser hätte machen können. Z. Zt. lese ich viel Korrektur, weil ein bekannter Verlag für katholische Kirchenmusik ein Werk von mir im Herbst herausbringen möchte. Da überlege ich (obwohl das Stück schon mindestens 10 Jahre alt ist und oft aufgeführt wurde) an manchen Stellen die eine oder andere Note zu verbessern oder noch praktikabler zu gestalten.

Sind Sie vor der Uraufführung angespannt?
Ja – sehr!

Was würden Sie gerne einmal komponieren?
Da habe ich eigentlich keine Wünsche. Ich bin Kirchenmusiker - also schreibe ich in erster Linie für den gottesdienstlichen Gebrauch und ich freue mich, wenn meine Sachen aufgeführt werden und gefallen.

Das Interview führte Katharina Hörmann.

 

Datum: 02.03.2017
Bamberger Dommusik
Dateien zum Download
Funke, Mess in d (728 KB)